Peru und Bolivien sind unfassbar

Der Beginn von zwei wunderschönen Ländern

Nach einem kurzen Aufenthalt in Ecuador ging es nach Peru. Dieses Land ist vor allem durch Machu Picchu auch in Europa sehr bekannt. In Ecuador war es eher Galapagos, das die Touristen angelockt hat. Aber nicht nur die alten Inka-Ruinen haben uns in Peru verzaubert. Aber von Beginn an… im Norden von Peru gibt es zunächst nicht viel Sehenswertes. Die Straßen sind verdreckt und die Leute sind relativ arm im Vergleich zu den touristischen Regionen. Daher fiel der erste Eindruck eher schlecht aus. Highlights waren hier die Mangroven in Timbres und die “Partyhauptstadt” Perus Mancora. Hier verbrachten wir mit unseren holländischen Kumpels 4 Nächte. Der Genuss von Alkohol war am Tag vor der Wahl untersagt, was dazu führte, dass wir Alkohol am Strand konsumieren mussten (es war ja schließlich Samstag). Als die Polizei uns erwischte, passierte das was fast immer in Südamerika passiert. Sie fordern Geld und wir bekommen keine Probleme. Also taten wir so als wenn wir nur 10 Sol (2,5€) dabei hätten und überließen ihnen eine Flasche Captain Morgan.

Auf nach Lima

Von Mancora aus haben uns dann netterweise zwei Peruanerinnen mit nach Piura genommen, wo sich auch der Flughafen befand. Von hier aus ging es dann nach einem Tag direkt nach Lima. In der Hauptstadt angekommen hat zunächst alles anders gewirkt als im Norden. Die 10 Millionen Einwohner Stadt ist natürlich deutlich dichter besiedelt als irgendwo im Norden. Aber auch die Leute wirkten viel internationaler und die vielen Touristen in den bekanntesten Stadtteilen Miraflores und Barranco bestätigten den ersten Eindruck. Insgesamt verbrachten wir hier vier Tage, um die Stadt intensiver kennenzulernen. Bis auf einen Zwischenfall, als ein tschechisch stämmiger Kolumbianer versucht hat unsere Handys zu klauen ist nichts passiert. Natürlich ist er gescheitert als er weglaufen wollte.😉 Ansonsten hat sich die Stadt relativ sicher angefühlt und nicht so kriminell wie alle vorher sagten. Vorsichtig sollte man dennoch sein!

Cusco is amazing

Cusco war einst die Hauptstadt der Incas. Die Spanier haben jedoch lediglich die Fundamente gelassen und den übrigen Rest fast vollständig zerstört und ihre Architektur verwendet. Die Ankunft der Spanier ist nebenbei hoch interssant und zieht sich durch die Geschichte ganz Südamerikas. In Cusco haben wir daher verschiedenste Dinge unternommen. Von Stadtführung bis hin zu alten Inka Siedlungen und Salzminen. Fast alles ist hier empfehlenswert. Über Machu Picchu und alles drum herum, was wir unternommen hatten, müsste ich eigentlich einen eigenen Bericht schreiben. Für umgerechnet 150€ hatten wir drei Tage Spaßprogramm. Inkludiert waren Ziplining, Rafting, Mountainbiking, Unterkünfte, Verpflegung und Eintritt MP. Alles in allem eine unvergessliche Zeit. Ich hatte eigentlich einen Touristen überlaufenen Ort erwartet mit überteuerten Preisen etc., aber Machu Picchu ist zurecht ein Weltwunder. Allein der Blick bei Sonnenaufgang auf die alten Ruinen ist 45 Euro Eintritt wert. Mehr will ich gar nicht verraten, da du am besten selber vorbei schaust.

Arequipa und Titicacasee im Süden von Peru

Nach Cusco ging es dann weiter Richtung Süden. Hier warteten die kältesten Regionen Perus auf uns. Grund für die Temperaturen von 5-15°C ist vor allem die Höhe der Anden. Hier befindet sich fast alles höher als 3500 m, wodurch auch das Atmen merkbar schwerer wird. Nichtsdestotrotz starteten wir eine Wanderung zum Colca Canyon, der nach einem chinesischen Canyon der zweittiefste der Welt ist. Neben einem wunderbaren Blick auf die Landschaft und natürlichen Quellen war vor allem die Fauna spektakulär, rund um den Alpenkondor. Am letzten Tag hatte unser Zimmer (wir, Peruaner und Brasilianer) keinen Wecker gestellt, was zu einer Rekordzeit von 1:50 h beim Anstieg führte. Die Südamerikaner konnten nicht mithalten und verpassten das Frühstück. Nach ausreichendem Schlaf ging es dann zum Titicacasee, welcher das höchste schiffbare Gewässer der Welt darstellt. Der See ist jedoch meiner Ansicht nach nur wegen seiner Größe und seinem ungewöhnlichen Namen weltbekannt. Wir fanden den See beide nicht ansatzweise interessant oder besonders schön. Ich hatte mir wahrscheinlich zu viel erhofft. Dennoch soll es laut anderen Backpackern durchaus schöne Gegenden geben…

Willkommen in Bolivien

Bolivien gilt als das ärmste Land Südamerikas, was auch gleich an den Taxipreisen ersichtlich war. Eine Fahrt vom Terminal zum Hostel (20 min) hat uns 0,50 € gekostet. Gleichzeitig kann man hier nirgends Qualität erwarten, was vor allem das Essen sehr gefährlich macht. In La Paz verließen wir uns auf die Qualität vom Loki Hostel, was gleichzeitig aber auch deutlich teurer war. Insgesamt ist LaPaz eine eher unschöne Stadt, da jedes Haus unverputzt und mit roten Backsteinen gemauert ist. Einzig die Gondeln, die den Verkehr entlasten sollen, sind sehr modern. LaPaz ist nebenbei perfekt um andere Backpacker kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen, da fast jeder Bolivien-Reisende hier vorbei kommt. Von LaPaz aus sind wir auch in den Dschungel geflogen. In diesem Land sind die Touren am günstigsten und die Natur gleichzeitig am vielseitigsten. Vor allem Flussdelfine, Affen, Anacondas, Taranteln, Alligatoren und Piranhas sind in Erinnerung geblieben. Ich empfehle hiermit jedem mal eine Amazonastour zu machen, so lange die Wälder noch stehen. Trotz einer Vielzahl von Projekten geht die Anzahl von tropischen Wäldern stetig zurück.

Der Süden Boliviens

Von Lapaz ging es dann weiter Richtung Sucre. Hier nächtigten wir in einem hervorragendem deutschen Hostel mit Frühstück und moderaten Preisen. Sucre an sich gilt als die schönste Stadt Boliviens und ist unter anderem sehr bekannt für Ausgrabungen. Ein starker Regen überraschte uns jedoch leider als wir die Dinosaurierfossilien besichtigten. Nach Sucre folgte dann ein erneutes Reisen auf 4000m in Potusi. Hier gibt es eine Weltbekannte Silbermine, die einst den Spaniern den Ar**h rettete. Ohne diese Mine hätten sie zur Kolonialzeit nicht ihre Schulden begleichen können. Millionen von Minenarbeitern starben hier während der Kolonialzeit. Eine Tour hat auch uns veranschaulicht welche katastrophalen Bedingungen hier noch heute herrschen.

Das Ende von Bolivien

A ls letztes bereisten wir dann den Salar de Uyuni. Dieses ist der größte Salzsee der Welt und tatsächlich unfassbar riesig. An manchen Punkten konnte ich am Horizont nur Salz erkennen. Teilweise sind wir mit dem Jeep stundenlang nur geradeaus gefahren. Aber auch die Landschaft um den See war eine einmalige Erfahrung. Die Seen haben verschiedene Farben und man kann tatsächlich in die Vulkankrater mit dem Auto fahren. Die 3-Tagestour hat umgerechnet nur 72 Euro gekostet und war es locker wert. Alles in allem ist Bolivien wirklich unfassbar günstig zu bereisen. Dies fällt vor allem auf, wenn man ins Nachbarland Chile reist. Hier befinden wir uns gerade und es hat fast europäisches Preisniveau.